Warum haben wir so wenig Corvette in der Ausstellung?

Ja, wir sind spezialisiert auf Mustang GTO und Corvette.

Aber am schwersten ist es, gute Corvetten zu finden. Das Angebot ist riesig und die Internetkäufer bekommen immer leicht Nachschub. Die Autos sehen auch meist gut aus. Die Corvette ist ein Supersportwagen und schon damals gespickt mit Spitzentechnologie. Das machte schon die C3 zum Angstgegner von Ferrari und Co. 1968 als die C3 (das ist halt die bekannteste) auf den Markt kam, hatten Porsche 911 T gerade 110 PS, der besondere 911 S immerhin 160 PS und Ferraris lagen bei 280 PS oder bei Zylinderbänken mit 2 Nockenwellen bei 300 PS aus den 12 Zylindern. Diese Autos waren aber unerschwinglich für „normale“ Menschen.

Die Corvette mit dem kleinen Small Block und 5,3 Liter Hubraum hatte schon 300 PS und die mit dem 7 Liter Big Block stolze 435 PS. Eine Corvette hat auch selten Probleme mit dem Motor, denn diese Monster werden nur selten voll strapaziert. Da gibt es keine längeren Drehzahlorgien.

Aber der Rahmen und das Fahrwerk ist heute bei einer Stingray 50 Jahre alt. Rahmenteile in der Front sind einlaminiert. Man kann nicht sehen ob der Stahl womöglich schon weggerostet ist. Man kann es nur an der Passgenauigkeit der Türen ahnen (siehe Foto unten) und dann mit viel Aufwand prüfen.

Dann die Achsen – die sind „High-Tech“. Hinten ist der obere Querlenker auch gleichzeitig die Antriebswelle. Das ist genial, spart man so doch viel Gewicht. Aber die Lager im Differenzial und am Rad müssen dafür alle Querkräfte aufnehmen. Und die halten je nach Straßensituation und Benutzung 50.000 bis 150.000 Meilen. In reichen Bundesstaaten hält jedes Fahrwerk doppelt so lange wie auf deutschen oder New Jersey Schlaglochpisten.

Eine Überholung der Hinterachse kann dann aber leicht in den 5-stelligen Bereich driften und wenn die Lager am Differential auch durch sind, nochmals ein paar Scheine mehr kosten. Und eine ausgeschlagene Vorderachse gibt’s auch bei der C3 nicht im Sonderangebot. Zwar noch weit weg von Ferrari- oder Porschepreisen, aber auch deutlich teurer als beim Mustang.

Und dann stelle man sich die Totalkatastrophe vor und der Rahmen vor der Frontscheibe, der die Spritzwand umschließt, hat unsichtbar vor sich hingegammelt. Eine Aufgabe die nur mit viel Geld instand zu setzen ist.

Deswegen eiern auf deutschen Straßen 95% der Corvette rum wie ein altes Schiff und verfestigen das völlig zu Unrecht bestehende Vorurteil der schlechten amerikanischen Fahrwerke. Die Wahrheit ist aber, dass entweder die Werkstatt des Vertrauens sich nicht auskennt oder der Eigentümer einfach 20.000 Euro zu wenig hat, um das Fahrzeug in Normalzustand zu versetzen.

Ich kenne keinen Ferrari-Enthusiasten der sein gutes Stück mit ausgeschlagenen Fahrwerk durch die Gegend peitscht, aber sorry, es gibt genügend die sagen: „Die Stingray hab‘ ich für nen zehner geschossen, geile Karre wa“.

Und so sind alle Porsche und Ferrari-Fahrer bestätigt: „Die Amis können keine Fahrwerke bauen, sogar die Corvette, der Supersportwagen, eiert wie ein Betrunkener Seemann über die Straße“.

Denen kann ich nur sagen: „Achtung! Es gibt immer mehr echte Corvette Enthusiasten, die das Auto lieben und nicht nur als Dosenöffner brauchen. Und wenn ihr solch einer Corvette begegnet, die Top in Form ist, könnt ihr alle einpacken, denn nur ein Sportwagen ist der echte King: Die Corvette – und das bis heute!

Und das sage ich ebenfalls als Ferrari-Enthusiast, der die „Bella Macchina“ mit ihren 12 Zylindern liebt und auch besitzt. Und klar: dieses Image, diese Aura, diese Exklusivität hat nicht mal eine Big Block Corvette.

Aber schneller ist sie eben doch. 😉

Bei einer Corvette sind Rahmenteile in der Front einlaminiert. Ob diese womöglich schon weggerostet sind, kann man nur an der schlechten Passgenauigkeit der Türen ahnen, wie  im nachfolgenden Foto sichtbar. Eine genaue Prüfung ist sehr aufwändig.

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